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Bilder sagen mehr als 1000 Worte – der Umgang mit Licht

Bilder sagen mehr als 1000 Worte – der Umgang mit Licht

Heute geht es weiter mit unserer Fotoreihe. Diesmal mit dem Thema „Licht“. Ich zeige euch, wie ihr Licht richtig für eure Produktfotos nutzen könnt und gebe euch ein paar Tipps mit auf den Weg. Dass euer Foto richtig belichtet sein muss – also nicht zu hell, nicht zu dunkel – ist klar. Falls ihr hierzu noch mehr wissen wollt, gibt es im Netz unzählige Tutorials zu dem Thema.  Heute geht es also nicht um die Belichtung, sondern um den Einsatz von Lichtquellen. Als „Model“ dient uns auch heute wieder die kleine Asia-Puppe, die ihr wahrscheinlich schon vom letzten Foto-Post kennt.

 

1. Tageslicht

Tageslicht ist eine wunderbare Lichtquelle, die ich persönlich vorzugsweise verwende. Der Vorteil ist, dass Tageslicht natürlich wirkt und ihr keine oder wenig Lampen benötigt. Der Nachteil von Tageslicht ist, dass es nicht immer verfügbar und nur indirekt steuerbar ist.

 

2. Kunstlicht

Bei der Verwendung von Lampen könnt ihr das Licht besser steuern als das Tageslicht und genau bestimmen, welche Punkte ihr anstrahlen wollt. Allerdings sollten eure Lampen nicht zu hell oder zu dunkel sein. Man liest immer wieder den Tipp, Baustrahler zu verwenden: TUT-DAS-NICHT! Das Licht ist viel zu grell, sorgt für harte Schlagschatten und zu heller Ausleuchtung auf Oberflächen. Am besten, ihr verwendet nicht nur eine, sondern mehrere Lichtquellen, denn so könnt ihr euer Objekt besser ausleuchten.

 

3. Abstand zur Lichtquellen

Es kursiert der Irrglaube, dass man möglichst nah an die Lichtquelle herangehen sollte, um möglichst viel Licht für das Foto zu bekommen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Je näher ihr an die Lichtquelle geht, desto gröbere Schlagschatten habt ihr auf eurem Foto. Stellt euer Objekt also möglichst weit von der Lichtquelle entfernt auf und verwendet lieber eine längere Belichtungszeit. Wenn ihr mit Tageslicht fotografiert, stellt das Produkt also nicht auf die Fensterbank, sondern fotografiert lieber im Raum.

lichtquelle

Im Bild Links ist die Lichtquelle unmittelbar vor dem Objekt platziert. Dadurch entstehen zum einen Lichtpunkte, zum anderen starke Schlagschatten. Im rechten Bild ist die Lichtquelle weiter entfernt. Das Objekt wirkt hier besser ausgeleuchtet

 

4. Weissabgleich

Verschiedene Lichtquellen haben unterschiedliche Farbtemperaturen, die in Kelvin (k) gemessen werden. Bei 2.000-3.000 k wirkt das Licht rötlich, bei 4.000-5.000 k neutral und bei 5.000-8.000 k bläulich. Um einen Farbstich auf dem Foto zu vermeiden, ist es also unbedingt nötig, einen Weissabgleich zu machen. Bei den meisten Kameras funktioniert der automatische Weissabgleich (AWB) sehr gut, kontrolliert das Ergebnis aber und passt den Wert unter Umständen an.

weissabgleich

Hier der direkte Vergleich, wie der Weissabgleich das Foto beeinflusst. Das Objekt ist in jedem Bild genau gleich beleuchtet – der einzige Unterschied ist der Kelvinwert.

 

5. Reflektoren und Diffusoren

Diffusoren sind eine wunderbare Weise, harte Schatten zu vermeiden. Das Licht bricht sich in der Oberfläche und wird gestreut, wodurch das Licht weicher wirkt. Reflektoren können eingesetzt werden, um bestimmte Bereiche im Bild aufzuhellen. Ist ein Objekt beispielsweise von der Seite beleuchtet, sodass die andere Seite im Schatten liegt, lässt sich das Licht einfach mit einem Reflektor steuern, um den schattigen Bereich aufzuhellen. Es gibt sehr kostengünstige Faltreflektoren, die gleichzeitig auch Licht diffusieren können.

Diffusor

Im linken Bild seht ihr eine Aufnahme ohne Diffusor. Man erkennt eine Lichtreflektion und leichte Schlagschatten. Im rechten Bild wurde ein Diffusor eingesetzt. Die Lichtreflektion und der Schlagschatten sind verschwunden.

6. Blitzlicht

Blitzlicht ist ein sehr hartes Licht, das nur eingesetzt werden sollte, wenn man genau weiss wie. Wenn ihr eine Softbox und externe Blitze habt, kann man damit viel anstellen. Für die Fotografie ohne Studio rate ich aber Blitzlicht auf alle Fälle zu vermeiden. Das Blitzlicht der Kameras ist viel zu hart, wirft unschöne Schatten und überbelichtet helle Oberflächen. Verwendet stattdessen lieber eine längere Belichtungszeit. Bei längeren Belichtungszeiten solltet ihr auf jeden Fall ein Stativ verwenden und/oder einen Bildstabilisator verwenden.

Blitzlicht

Diese Aufnahme wurde mit dem intgrierten Blitz der Kamera aufgenommen. So entstehen unschöne Schlagschatten, Lichtrefektionen und das Gesicht ist zu hell belichtet.

Ich hoffe, euch hat der kleine Exkurs gefallen. Falls ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, könnt ihr gerne ein Kommentar hinterlassen!

Eure Lisa

 

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