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Die Preisfrage

Die Preisfrage

Oft genug erleben unsere Scouts auf Messen, dass Produzenten hochwertiger Produkte diese aus unserer Sicht zu Spottpreisen anbieten. Auf die Nachfrage hin, warum der Preis so günstig sei, entgegnet man in der Regel mit einem Achselzucken und der Standard-Antwort: „Ich verkaufe doch sonst nichts.“

Meine Lieben – ich weiss, es ist schwierig seinen Wert als Designer und den der eigenen Produkte realistisch einzuschätzen. Aber das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Denn es bedarf viel Mut, diesen Wert gegenüber den Käufern selbstbewusst zu präsentieren.

Doch sollte uns allen klar sein, dass negative Kompromisse an dieser Stelle nur ein Resultat zur Folge haben kann: Die Türen gehen zu und der Traum vom erfolgreichen Designer ist ausgeträumt.

Deine Arbeit sollte – vor allem wenn du deine Produktionsstätte in der Schweiz hast – einen Wert haben dürfen.

Die Schweiz ist ein Land, in dem viele Menschen bereit sind, den Mehrwert Schweizer Qualität und Kreativität zu bezahlen. Wenn wir Produzenten dies nicht honorieren, nehmen wir dieser Kundschaft die Möglichkeit ihrer Wertschätzung Ausdruck zu verleihen. Sprich: Unsere Produkte zu kaufen.

Eine rhetorische Frage an dieser Stelle: Wie soll man sich aus der Sicht eines Käufers glaubhaft von in Massenproduktion hergestellten Produkten differenzieren, wenn man diese preislich sogar noch unterbietet?

Und damit sind wir plötzlich bei einem übergeordneten Thema angelangt: Der Strategie

In diesem ersten Teil zum Thema Preis möchte ich euch eine grobe Einführung zum Thema Preispolitik geben. In weiteren Beiträgen werde ich euch Kalkulationsmethoden anhand von einfachen Beispielen vorstellen.

 

Preispolitik – Was ist das?

Preispolitik ist ein übergeordneter Begriff aus dem strategischen Marketing, unter dem Themen wie Preise, Rabatte und Liefer- sowie Zahlungsbedingungen eingeordnet sind. Ausserdem geht es darum, wie sich ein Unternehmen am Markt positioniert – eben auch im Vergleich zu den Konkurrenten.

Daher ist es erst einmal sinnvoll, als Unternehmer bzw. Produzent in sich zu gehen und sich vorab über folgende relevanten Fragen Klarheit verschaffen.

  1. Muss ich mich über die Umsätze privat finanzieren oder bin ich finanziell stabil und damit offen für unternehmerische Experimente?
  2. Wie viel bleibt bei einem Produktverkauf effektiv in Form von Deckungsbeitrag oder Gewinn hängen?
  3. Wie viele Produkte muss ich monatlich verkaufen, um das Unternehmen und mich zu finanzieren?
  4. Lohnt sich das für mich oder sollte ich etwas an meiner Strategie ändern?

Wir haben für euch einen einfachen Selbstständigen-Check entwickelt, der euch helfen soll, diese und andere Fragen zu klären. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und beantwortet die Fragen, damit habt ihr eine gute Grundlage, um euch über eure Preispolitik Gedanken zu machen.

Den Selbständigen-Check könnt ihr euch hier herunterladen.

 

Herzlichst

Euer Holger

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